Kulinarische Pop- und Punkliteratur

Iggy Pop, der andere unverschämt gut aussehende (naja) Sechziger, wenn nicht David Bowie gemeint ist, kann sich “keinen größeren Punk vorstellen als Michel Houellebecq”. Das hat er dem “Stern” verraten. “Er ist ein gottverdammter Motherfucker”, sagt Pop über Houellebecq. Deswegen hat er auch vertont, was er bei der Lektüre von Houellebecqs “Die Möglichkeit einer Insel” empfunden hat. “Préliminaires” heißt das Album. Ich bin gespannt.

Wer selbst mal so richtig Punk sein will, der sollte einfach mal ganz fett-krass Fritten essen gehen. Laut “Petra” nämlich hat das Institut Rheingold herausgefunden, dass Ernährung ein neues Tabu unserer Gesellschaft ist. Da soll der Houellebecq sich mal dran abarbeiten!

“Unsere Ess-Stile verraten mehr über uns, als  uns lieb ist. Experten sprechen nicht mehr nur vom bloßen ‘Körper-Kult’, sondern von einer neuen ‘Erfolgs-Ästhetik’”, schreibt “Petra” in einer Pressemitteilung. Rheingold-Forscher Jens Lönneker gab zu Protokoll: “Jemand, der perfekt mit asiatischen Esstäbchen umgeht, gilt als erfolgreicher und aufgeschlossener als jemand, der das Wok-Gericht mit Messer und Gabel verspeist.”  “Die Möglichkeit einer Mahlzeit”, “Hefeteilchen”, “Backform” und “Die Ausweitung der Problemzone” stehen als zu schreibend an. Iggy Pop lässt das dann wieder kalt. Der interessiert sich nur für Candy.

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