Anlassbezogenes Vorkramen: “Da Vinci Code”
Heute Abend zeigt ProSieben einmal mehr den “Da Vinci Code”. Den kann man sich anschauen, oder es lassen. Eigentlich wurscht und ohne größere Konsequenzen für das weitere Leben. Es sei denn, man ändert seine Einstellung zu Tom Hanks, wenn man ihn einmal mit einer anderen Frisur als in den vergangenen zwanzig Jahren gelernt gesehen hat. Ein Kollege bezeichnete den Film während er im Kino lief als “den teuersten ‘Tatort’ aller Zeiten”. Das trifft es eigentlich ganz gut. Was ich über den Film, den ich irgendwann zu Hause geschaut habe, denke, habe ich damals aufgeschrieben und wärme es einfach noch einmal auf. Denn daran hat sich nichts geändert, so dass ich ihn heute erneut gepflegt verpassen kann.
Die Verfilmung “The Da Vinci Code - Sakrileg” zeigt einmal mehr, was Hollywood-Kino mit aufwändigen Litaratur-Verfilmungen leisten kann: Ein solides bildgebendes Verfahren für massenwirksamen Lesestoff. Mehr wohl leider nicht. Der Film schafft es nicht, dem unbelesenen Zuschauer - mit Verlaub - so etwas wie Spannung oder Nervenkitzel abzuverlangen. Großartige Bilder tragen leider nicht über 143 Minuten. Mich zumindest nicht. Zu linear ist hier Schritt an Schritt gereiht, zu spröde wird hier die Handlung durch die Geschichte (i.e. Historie) vorangetrieben, zu hetzig wird durch die Geschichte (i.e. Story) Punkt um Punkt, Puzzlestück für Puzzlestück gejagt. Hoch anzurechnen ist dem Film jedoch, dass es ihm gelingt, die historischen Hintergründe nicht ausschließlich dialogisch an den Zuschauer zu bringen, sondern sie gekonnt zu inszenieren und in die Gegenwart überzublenden. Und noch eines leistet der Film, in dem es nicht eines Tom Hanks oder eines Jean Reno bedurft hätte: Er lässt einen spüren, dass die Romanvorlage schlichtweg großartig sein muss. Immerhin. Um es kurz und bündig zu sagen: In Sachen “Wir suchen den Gral” hat mir “Indiana Jones III” deutlich besser gefallen.
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